Girls Night out – mit Ribéry und Rüpeln

Eins der Hühner hat Geburtstag. Ich erinnere mich vage an den letzten. Zitronenschnaps – ich stolpere über Stühle – Taxi Ruf New York Style – die Nacht im Bad verbracht. Das passiert mir nicht nochmal. Wir glühen zu Hause vor, ziehen weiter in eine Bar, der Rest ergibt sich. Klingt hervorragend.

Prosit Ladies

Mit Sektchen bewaffnet mache ich mich auf den Weg. Mein Magen knurrt, meine Weight Watchers Punkte habe ich bereits beim Sektfrühstück alle verbraten. Scheiß drauf, wozu gibts das Wochenextra? Die High Heel Batterie im Flur zeigt: es herrscht eindeutig Frauenüberschuss. Macht nichts. Die Hühnermutti ist extra eingeflogen und hat hervorragendes Essen mitgebracht. Dazu ein Sektchen und der Abend läuft. Ich kralle mir also noch was von dem guten (extra noch am selben Tag aus Italien eingeflogenen) Mozarella und starte meinen Streifzug. Mal sehen was hier so los ist. Die meisten Hühner sind Anfang/Mitte 20. Das merkt man zuweilen, denn einige scheinen nicht zu wissen, was Knigge zu „gelangweilt mit Handy auf der Couch“ gesagt hat. Macht man nicht. Ich gehe in die Küche. Wo geraucht wird gibt es meistens Gespräche. Es gibt Gespräche UND Berenzen Saurer Apfel. Sofort fühle ich mich in meine Jungend zurückkatapultiert. Taxiiiiiii! Wir müssen weiter.

Haben sie das mit Gurke?

Ich werde die Wahl zur Bar meines Vertrauens überdenken müssen. Sie ist toll, in einem herrschaftlichen Palais, ein DJ legt immer hervorragende Musik auf und das Publikum ist gemischt. Aber: sie haben nicht den Drink mit der Gurke. Das geht nicht. Ich werde nächstes Mal einfach ein paar Gurkenscheiben in einer Tupperbox mitbringen… Ich nippe also an meinem Gin Tonic und unterhalte mich mit Steffen. Steffen ist sympatisch, witzig, heiß und verheiratet. Ich sag’s ja, die Guten sind einfach alle schon weg. Was soll’s. Wir unterhalten uns angeregt, der Blick zum Sofa neben mit zeigt: hier ist gar nichts angeregt. Alle mit Handy, alle gelangweilt. Auch meine Freundin ist langsam genervt. Also tanzen wir, der schlechten Laune zum Trotz. Wir. sonst keiner. Die etwas älteren Schickeria-Damen am Tisch neben der Tanzfläche schütteln fassungslos die Köpfe. Alles richtig gemacht. Hier will ich bleiben. Taxiiiiiiiii! [habe mich gewehrt]

Entschuldigen sie? Sind sie nicht…?

Wir sind in einem Club. Manche Menschen nennen es Club. Ich nenne es: Restefickschuppen. Ich hasse den Laden. Aber was tut man nicht alles für die Freundin? Es ist ein Uhr Der Laden ist voll. Es stinkt. Es ist heiß. Wir gehen rein und ich warte nur darauf, dass mir der Erste vor die Füße kotzt. Die Hühner besetzen den Tisch zweier etwas gelangweilt wirkender Männer. Hier ist wenigstens Platz zum tanzen. Also tanze ich auch…wenn ich schon mal da bin. Ich sehe mich um und beobachte. Meine Lieblingsbeschäftigung. Die Männer sind der Location zum Trotz durchaus gutaussehend. Leider jedoch verliert jeder (!) Mann, dessen Alkoholpegel ihn davon abhält, geradeaus zu gehen, ad hoc jeglichen Sex Appeal. In diesem Schuppen ist Sex Appeal also abwesend. Zum Glück sind genug blonde Frauen dabei. Die sind das Ziel. Am Nebentisch sitzt Ribéry. Die weibliche Version [ein Hoch auf kreative Verkleidungen]. In über den Arsch rutschendem Minirock und mit einigen vielen Promille zu viel im Blut. Jeder darf mal. Grabscher an die Möpse, unkoordinierte Züngeleien, versuchtes aufreizendes tanzen. Leider fällt sie hin und wieder von ihren 15 Zentimeter Hacken. Stört keinen. Muss ein tolles Gefühl sein wenn sich fünf Männer eine Frau teilen. Da können sie am nächsten Tag richtig prahlen… Ich tanze also und freue mich, dass ich ich bin. Die schlechte-Laune-Hühner haben nach ein bisschen Arschgewackel auch wieder schlechte Laune und sitzen da. Um halb vier schnappe ich mir die andere „Alte“ und wir schleichen uns raus. Das reicht für heute! Wir quetschen uns durch die Menge [mein Bedarf an Körperkontakt ist vorerst gedeckt], und treffen noch ein paar freundliche Herren. „Entschuldigung? Können wir bitte vorbei?“ wird erwiedert von einem „ihr-habt-hässliche-Fressen-Lied“. Ich bin fassungslos! Welch Rüpel! Was ist nur mit der Männerwelt passiert? Meine erbarmungslose Rhetorik kommt hier nicht mehr an. Mein Absatz bohrt sich in seinen Fuß. Er schreit. Ich gehe. Taxiiiiiiii!

xoxo_Carrie_2

 

 

 

Quelle: © DWP – Fotolia.com

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5 Gedanken zu “Girls Night out – mit Ribéry und Rüpeln

  1. So schlimm ist es schon … sogar in solchen Nackt … ähm … Nachtclubs langweilen sich die Damen mit ihren „Smartphones“.
    Ihr tut mir glaub richtig Leid.
    Ich werd bei Gelegenheit mal ein wenig weinen. 🙂 😉

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