Mike – Klappe die zweite

Heute gehts mir besser! Zwar hatte ich gerade einen kurzen depressiven Moment als mir aufgefallen ist, dass mein Plan dieses Jahr am Valentinstag Blumen zu bekommen wohl nochmals auf das nächste Jahr verschoben werden muss, aber lassen wir das mal bei Seite. Ich denke Mike und ich sind für Blumen noch nicht weit genug, es sei denn er hat das Bedürfnis, sich mit Blumen für bewusstseinserweiternden Sex zu bedanken. Wir werden sehen 🙂

Die Geschichte zwischen Mike und mir geht nun schon eine ganze Weile. Was genau es ist lässt sich schwer definieren. Obwohl…eigentlich nicht. Es ist eine Affäre. Keine geheimnisvolle Affäre in der man sich vor seinen Partnern versteckt, wie wir alle wissen habe ich keinen und wenn er vergeben ist, ist er ein Meister der Verhüllung. Wie er zu mir steht weiß ich nicht genau, da er nun schon seit Monaten regelmäßig mit mir das Bett teilt nehme ich stark an dass er mich gut findet. Ich bin mittlerweile durch alle Phasen des mir bewusst Werdens was ich eigentlich von ihm will durch. Nach einigen Enttäuschungen zuvor habe ich es immerhin geschafft mich von keiner dieser Phasen komplett aus dem Konzept bringen zu lassen.

Phase 1: Sehen wir uns wieder?

Ich muss zugeben, das Kennenlernen wurde zwischen uns recht schnell abgehandelt. Wir haben viel telefoniert und waren uns sympathisch als er irgendwann auch sexuelles Interesse an mir bekundete. Komischerweise hat er das nie auf eine unangenehme Art gemacht. Also haben wir uns irgendwann getroffen, waren gemeinsam essen (beide Cheeseburger… der Mann ist einfach toll), haben getrunken, gelacht, und sind schließlich bei ihm gelandet. Ja! Im Bett! Es war von vorne herein so ausgemacht. Kling komisch war aber wunderbar unkompliziert. Natürlich bin ich mir und war es auch damals bewusst, dass auf einem solchen ersten Treffen etwas aufzubauen schwierig werden würde aber er war da, er sah unglaublich gut aus und hatte Charme. Am nächsten Morgen hat er mich nach Hause gefahren, und auch wenn kein romantisches Frühstück am nächsten Morgen, sondern vielmehr ein Kaffee zwischen Tür und Angel drin war, war es gut. Ich habe vergessen wie es weiter ging, wer wem wann geschrieben hat aber ich weiß noch dass ich ihn doch das ein oder andere Mal verflucht habe weil er sich nicht gemeldet hat. Ich finde das gerechtfertigt, schließlich haben all meine anderen Dates es nicht über ein erstes Date hinausgeschafft da kann man als 30jährige, einigermaßen gefestigte Frau schon mal ein bisschen Unsicherheit verspüren… Auch wenn die Typen keine Volltreffer waren nagt es doch am Selbstbewusstsein wenn nicht mal die einen wiedersehen wollen die man selber nicht will. Mike wollte mich zum Glück wiedersehen, und nach ein paar Treffen habe ich mir den Gedanken daran ob, wann und wo wir uns wiedersehen einfach mal gespart.

Als Frau (zumindest wenn man ich ist) hat man aber doch immer das Bedürfnis die Dinge beim Namen zu nennen. Ich bin 30 und suche generell einen tollen Mann der mir potentiell irgendwann mal Kinder machen könnte, mir meine Traumhochzeit finanziert und mit dem ich ein Haus bauen und einen Hund kaufen kann. Gut, ich werde ab hier einfach mal nur für mich sprechen, ich habe gehört es soll auch Frauen geben die diese Zukunftsgedanken nicht haben und einfach alles total locker auf sich zukommen lassen… ein Mythos meiner Meinung nach. So trifft man sich einige Male, geht Essen, geht was trinken, hat Sex, liegt im Bett und unterhält sich über Gott und die Welt, lacht, hat noch mehr Sex und fährt wieder nach Hause. Das ist gut… an sich… aber wohin führt das? Machen wir das jetzt einfach monatelang so weiter weil es beiden so gefällt oder weil keiner von beiden was sagt? Da ich durchaus in der Lage bin aus meinen Fehlern zu lernen beschloss ich, ihm nicht sofort die Pistole auf die Brust zu setzen und ihm im Katalog das wunderschöne Brautkleid zu zeigen in dem ich ihn auf einem Schloss mit weißen Tauben die für uns in den Himmel steigen heiraten will…. Das habe ich nicht gemacht, nicht mal ansatzweise. Stattdessen habe ich gemacht wozu ich oft leider nicht fähig bin: ich habe einfach mal die Klappe gehalten und die Dinge so genommen wie sie sind. Ich habe einen gutaussehenden, intelligenten, charmanten und humorvollen Mann an meiner Seite der mich zwar nicht mit Liebesschwüren überhäuft (wobei er so langsam auch mal mit einem guten Kompliment rüber rücken könnte, vor allem wenn er mir morgen keine Blumen schenkt), mit dem ich aber dafür eine tolle Zeit habe in der ich mich fallen lassen kann und mich wohl fühle. Das ist die Theorie. Bis Phase 2 kam…

 

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