Jagen und erlegen – das ewige Spiel

Ich schreibe nicht über Herzschmerz. Ich wollte. #4 hat sich in die Reihe der Männer, die mich nicht wollen eingereiht. Obwohl ich wundervoll bin, der Abend wundervoll war, wir wundervoll gelacht und geredet haben, das Herz geklopft hat… Er ist noch nicht so weit – sagt er. Ich enthalte mich eines Kommentars. Ich will niemandem eine Lüge unterstellen. Allerdings stellt sich mir trotzdem die Frage, warum Mann Frauen trifft, wenn das Herz noch so verschlossen ist. Ich war verletzt, ich habe ein bisschen geheult. Eine zumindest sehr kreative Flucht seinerseits. Heute sitze ich in der Sonne und unterhalte mich über Dates und es stellt sich mir die Frage: War das meine Schuld?

Jag mich Baby

Ich vertrete nach wie vor die Meinung, dass ich einen Mann, der mich nur will, weil ich in der Lage bin, Spielchen zu spielen, schlichtweg aus der Liste meiner potentiellen Partner streiche. Heute sitze ich inmitten von tausenden Menschen mit einer Frau, die mein „Leid“ teilt. Leid will ich es eigentlich nicht nennen, da ich im Grunde ganz zufrieden damit bin, wie alles im Moment so läuft. Karla erzählt mir von sich, von Dates und Männern und von „der Taktik“. Wir sind schon wieder beim Jäger und Beute Spiel angekommen. Ein Thema, das ich wohl einfach nicht mehr ignorieren kann. Gehört es einfach dazu zu dieser ganzen Dating Sache? Muss ich kleinbei geben und mich darauf einlassen? Weil man das so macht?

Von 100 auf 0

Die Expertin in der Runde ist nicht dabei. Karlas Freundin hat den Dreh raus, die Männer an den Haken zu holen. Ganz einfach, wie sie sagt. Der Mann muss beim Date all deine Aufmerksamkeit bekommen. Du lachst laut, fragst viel und bist absolut begeistert. Natürlich – er ist schließlich der Tollste. Mit Abstand. Dann jedoch war der Abend genau das, was er war – ein schöner Abend. Mehr nicht. Die Schwierigkeit sich gefühlsmäßig zurückzunehmen ist mein Verhängnis. Danach folgt nämlich die weibliche Abwesenheit. Warten bis er sich meldet, nur kurz antworten, sich Zeit lassen. Ich will nicht das Wort der Worte benutzen, aber ich muss: mach dich rar. Fahr dich runter auf 0 und er wird verunsichert sein. Verunsichert und daraus resultierend bereit, dich mit allen Mitteln wieder auf 100 hochzupushen.

Wenn das Herz nicht wäre

Ich gebe zu, ich kann diese Taktik absolut bestätigen. Auch ich habe bereits zu Hauf die Situation erlebt in der ich mich zurückgezogen habe, und der Mann auf einmal angekrochen kam. Gekämpft hat. Leider jedoch hat das immer genau dann funktioniert wenn ich kein Interesse hatte. Na klar strahle ich dann aus, dass ich total locker bin und es nicht nötig habe einen Mann an mich zu binden. Ich melde mich nicht, weil ich keine Lust habe. Was allerdings, wenn das Herz involviert ist? #4 hat mich umgehauen. Er hatte Humor, er war schlau, er sah gut aus, es lief alles genau so, wie es laufen sollte. Ich habe mich wohl gefühlt, ich hatte Herzklopfen. Wie soll ich denn bitte aus einer solchen Situation zurückkehren zu einem Geisteszustand, der suggeriert „ist mir doch alles egal“? Natürlich habe ich das auch bei #4 nicht gemacht. Ich habe ihm geschrieben. Dann kam die Abfuhr.

Selbsttest

Ich kann nicht mit Sicherheit behaupten, dass all dieser Jäger Beute Kram Schwachsinn ist, wenn ich es nicht selbst probiert habe. Die Testphase startet heute. Die Location und der Anlass bieten mehr als genug Auswahl. Karla und ich haben einen Pakt. Wir werden lächeln, wie werden zauberhaft sein. Wir werden Männer kennenlernen und ein für alle Mal testen, ob dieses Spiel für alle ist oder nur für die, die das zur Perfektion beherrschen. Ich werde jagen, und mich erlegen lassen. Dumm von mir, dass ich das bei #4 nicht mal probiert habe… Man sagt immer, aus Fehlern lernt man, macht man aber meistens nicht…

xoxo_Carrie_2

© Marsy – Fotolia.com

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25 Gedanken zu “Jagen und erlegen – das ewige Spiel

  1. *seufz*
    Gefällt mir nicht, das Spiel. Für mich hat sich gezeigt, dass es NICHT funktioniert. Selbst wenn ich es geschafft habe, bei großen Gefühlen Beute zu spielen und brav auf das Erlegen gewartet habe. Möglicherweise kam der Mann dann irgendwann wirklich auf mich zu und bemühte sich. Nur… wohin hat das geführt? Zu gar nichts. Keiner dieser Männer ist bei mir „hängen geblieben“.
    Befreundet bin ich nur noch mit Männern, die dieses Spiel von Anfang an NICHT gespielt haben.
    Aber vielleicht bin ich auch einfach zu alt für diesen Kram… 😉

  2. Hi Carrie,

    ich lese mit großem Interesse deinen Blog. Bin selber in einer ähnlichen Situatuion, nur Mann, aber auch 30 🙂

    Habe mittlerweile auch schon so einiges erlebt und weigere mich auch irgendwelche Spielchen zu spielen… Wenn Mann und Frau jetzt beide damit anfangen und sich rar machen (ich höre diesen Tipp auch von Zeit zu Zeit), meldet sich dann gar keiner mehr? Ich finde irgendwie ist das heutzutage ja ne gleichberechtigte Nummer und jeder der Lust hat, kann sich melden. Ich finde also, dass du das genau richtig machst und denke irgendwann wird sich der Erfolg einstellen, man muss nur hartnäckig bleiben und auf den warten mit dem es halt einfach passt…

    Bei der letzten Frau ging es mir ähnlich wie dir, wir haben uns mehrmals getroffen, ich war auch endlich mal richtig motiviert, habe ihr Blumen zukommen lassen und recht offen kommuniziert, dass ich sehr interessiert bin. Und wir haben uns wirklich gut verstanden. Naja, dann hat sie mich abgesägt, weil ich einem ihrer Verflossenen total ähnlich sei, damit käme sie nicht klar und das obwohl sie mich unheimlich gerne hätte. Das soll alles mal einer verstehen, aber ich habe es überlebt und der Wahnsinn geht weiter 😉 In diesem Sinne: Weitermachen!

    • Glaub mir, ich bi auf deiner Seite. Ich hasse Spielchen. Und ich hoffe noch immer, dass zwei Menschen zusammen finden können auch ihne diese zu betreiben… Ich werde das testen 🙂

  3. Diese Spielchen sind doch vergeudete Zeit.

    Frau + Mann verabreden sich. Treffen. Gespräche. Lachen. Flüchtige Berührungen. Blicke. Mann bezahlt. Mann bringt Frau zum Auto / Mann fährt Frau nachhause. Nochmals Lachen. Blicke, Berührungen. Umarmungen. Nun gibt es zwei Optionen:

    a) Man verabschiedet sich. Umarmt sich. Blickt sich in die Augen. Abschiedsküsschen.
    b) Man verabschiedet sich. Umarmt sich. Blickt sich in die Augen. Fühlt den einzigartigen Moment. Küsst sich.

    In beiden Fällen spürt jeder der Beteiligten, ob die Möglickeit auf mehr vorhanden ist, oder ?

    Daher sollte sich der Mann am nächsten Tag bei der Frau für das Treffen bedanken, und der Frau mitteilen, daß man das Treffen wiederholen möchte. Hierzu gibt doch heute verschiedene technische Möglichkeiten.

    Frau antwortet und jeder ist glücklich. Ohne Spielereien. Wenn man jemanden wirklich mag, dann lässt man ihn nicht leiden. Ein kurzer „Liebesstoss“ .

    Entweder ist auf beiden Seiten die Bereitschaft nach mehr, schon nach dem ersten Treffen vorhanden, oder nicht.
    Daran ändert das sogenannte Spielchen doch nichts.

    So aber starrt die Frau, in der Erwartung auf eine Nachricht auf ihr Handy, und zweifelt an sich.
    Der Mann sollte den ersten Schritt tun, da ansonsten auch er auf sein Handy starrt, und ebenfalls keine Nachricht erhält.
    Schließlich meint Frau ja, wenn er sich nicht meldet, dann hat er kein Interesse an mir.

    Beide leiden und zweifeln und vergeuden somit einen Tag ihres Lebens, der eigentlich sehr schön hätte sein können:
    Herzklopfen und so.

    Diese Spielchen betreiben in meinen Augen nur Männer, die keine wahren Interessen verfolgen. Ich lasse sie leiden, dann frisst sie mir aus der Hand. Ich bin der Profispieler, der alle verfallen.

    Da bin ich lieber Amateur.

      • Ich unterschreibe das ebenfalls, so ist es nicht. Ich habe lange Zeit immer daran festgehalten, dass diese pielchen absolut unnötig sind. Ich stelle jedoch fest, dass viele Männer zwar SAGEN, dass sie diese Spielchen nicht gut, albern, überflüssig finden, sie aber insgeheim trotzdem wünschen. Auf irgendeine Art und Weise. Ich stehe nicht dahinter, aber ich teste das jetzt mal. Quasi um rauszufinden ob es wahr ist. Ich hoffe wirklich es ist nicht so.

  4. Ich finde diese Spiele auch dumm. Und konnte sie nie erfolgreich mitspielen, da ich dafür viel zu direkt und offen bin. Warum so tun, als ob ich jemanden uninteressant finde, wenn ich in ganz toll finde?!

    Und siehe da: mein Freund war sehr froh, dass ich an dem Abend, an dem wir zusammengekommen sind, sehr direkt war. Er hätte sich das nie getraut.

  5. Hey Carrie,
    kennst du das Buch „Die Kunst, den Mann fürs Leben zu finden“ von Ellen Fein und Sherrie Schneider? Da steht das in „Regeln“ verfasst alles drin. Wie man einen Mann richtig zappeln lässt usw. Ist zwar zum Teil etwas naiv formuliert, aber dennoch sehr unterhaltsam und ein Fünkchen Wahrheit wird wohl dran sein. Da gibt es z.B. Regel Nr. 7: „Nehmen Sie nach Mittwoch keine Einladungen mehr für Samstag an.“ oder Nr.11 „Beenden Sie immer das Rendevous“ oder Nr. 14 „Gönnen Sie ihm bei der ersten Verabredung nicht mehr als einen flüchtigen Kuss“. Wo ich das gerade so für dich nachschlage, kommt mir der Gedanke, dass ich mal dringend weiter lesen sollte 😀
    Liebe Grüße!

  6. In einer Phase in der man sich überhaupt noch nicht richtig kennt ist Zurückhaltung geboten. Vor allem aber hatte man bis zu dem Abend ein eigenes Leben, mit eigenen Hobbys, Freunde usw.. Wie kann es ab so einem Abend dann nur noch den Anderen im Kopf geben. Da werden plötzlich zuviel belanglose SMS geschrieben. Direkt wieder neue Treffen forciert. „Ich wollte dir nur schreiben, das ich grad an dich gedacht habe.“ – Das alles ist unheimlich süß, aber zeigt dem anderen Unterbewusst das der andere kein Leben zu haben scheint. Verfügbar und Needy ist. Selbst wenn man denjenigen gut findet schleicht sich so eine Abwehrreaktion ein. Plötzlich ist die/ der süße vom letzten Abend gar nicht mehr so anziehend.

    Wenn Leute miteinander klicken, dann gibts ein gesundes Ping-Pong Spiel, welches am Anfang einfach sehr langsam ist und sich dann intensiviert.

    All die Regeln alà „Die Kunst …“ sollen helfen ein normales ereignisreiches Leben vorzugaukeln um interessant zu bleiben. Warum kann man denn nicht einfach eines haben?

  7. Hallo,

    ein ähnliches Ereignis hatte ich auch vor ein paar Tagen… Es war ein Kontakt, der wie Sebastian schrieb, erst langsam an Fahrt aufnahm und auch schon anfangs seine Höhen und Tiefen hatte…
    Sie wurde in ihrer Vergangenheit erheblich verletzt, war deshalb ängstlich und verschlossen. Es folgte viel Kontakt und gute Telefongespräche, in mir erwuchs zugegeben die Sicherheit und das Gefühl, dass es tatsächlich passen konnte. Irgendwann kam ein Stimmungsumschwung und sie zog sich mit „Liebeskummer“ wegen ihrer vergangenen Beziehung zurück, sodass ich schon die Geschichte als verloren glaubte…wenig Kontakt blieb, der dann wieder zunahm.
    Mit dem Verweis, dass meine Ex sich gemeldet hat und merken würde, was sie alles an mir verloren hatte, kam plötzlich von ihr aus der Vorschlag zu einem Treffen… (Soviel zu den Spielchen… ;-))

    Das Treffen war einfach toll und laut ihrer Aussage auch. Am Tage danach erzählte sie mir sie würde ihren Ex vermissen, wobei sie ihn doch eigentlich hassen müsste…dann war ich ersteinmal sprachlos (Muss ja für sie ein tolles Treffen gewesen sein, dachte ich mir nur).
    Das Ende vom Lied war, dass ich mir noch anhören durfte, dass ich ihr durch mein offen gezeigtes Interesse (aber in gepflegter Weise…muss man bei manchen heutigen Männern ja auch sagen) Angst machen würde, besonders da sie ja nun weiß, dass es für sie für eine Beziehung nicht passt und sie noch gefangen sei. Aber ich wäre ja so ein wertvoller Mensch und sie würde den Kontakt halten wollen, blabla…
    Das Ende vom Lied ist, dass ich obwohl ich ihre Meinung akzeptiert (auch wenn es mir schwerfiel) und ich mich zurückgezogen habe, nun von ihr bei Whatsapp geblockt wurde. Komme mir wie ein Verbrecher vor, weil sie das aus irgendwelchen Ängsten heraus gemacht hat…kann mir aber selbst nichts vorwerfen.

    Und zu dem Thema Spielchen:
    Gut, ich meine ich bin jetzt mit 32 über 6 Jahre aus dem Flirtgeschehen heraus und inzwischen sicher auch im Gegensatz zu früher zumindest etwas 😉 gereift und halte dieses Verhalten sich unnahbar zu geben (was früher Frauen unglaublich angesprochen hat) für ganz schön affig. Gerne wäre ich direkt und offen (und ich dachte in dem aktuellen Fall sei es hier umso wichtiger um Sicherheit wegen der mannigfaltigen Ängste zu geben), aber anscheinend erweckt man wirklich, wie Sebastian schrieb einen verzweifelten oder unselbstständigen Eindruck, wenn man sich öffnet???? Und beides bin ich garantiert nicht.
    Was ist denn im Grunde schlimm daran, wenn man nach dem ersten Treffen begeistert ist und für das Gegenüber schwärmt?
    Aber anscheinend…wobei ich diese eine Erfahrung ja nun auch nicht verallgemeinern darf, muss man da tierisch aufpassen.
    Vor Allem ärgert mich da dann diese Form von Unehrlichkeit…womit das Mädel sich für eine Beziehung mit mir sowieso schon disqualifiziert…hat also auch eine heilende Wirkung. 😉

    Somit Carrie…ist solch ein Verhalten wohl geschlechtsunspezifisch, wie auch Sepp schon schrieb…und es kann jeden Treffen.
    Ich für meinen Teil habe beschlossen, dass ich einfach so bin, wie ich bin und positive Gefühle auch zeige und nicht verstecke. Denn wenn ich mich schon verbiegen muss um jemandem anfangs zu gefallen…wie soll denn dann bitte die Beziehung aussehen? Kann doch nur nen Kinderscheiß werden…

    LG
    Daniel

    • WOW! Danke für diesen sehr ausführlichen Kommentar. Ich sehe das genau so wie du. Im Endeffekt ist es am Besten, wenn man sich selbst treu bleibt. In dem Fall tut man genau das, was man selbst für richtig hält und kann somit auch jederzeit voll und ganz dahinter stehen.

      Ich denke wir brauchen all diese Spielchen nur dann, wenn einer von beiden nicht genau weißt was er will. Wenn beide das selbe suchen, sind Spielchen überflüssig. Siehe dazu auch „Das Wegrenn Phänomen“ http://herzklopfen.neu.de/freitagskolumne/das-wegrenn-phaenomen/
      in der Freitagskolumne heute. 🙂

      LG Carrie

  8. „Ich für meinen Teil habe beschlossen, dass ich einfach so bin, wie ich bin und positive …“

    Macht es euch bitte nicht so einfach! Jeder Mensch hat eine andere Geschwindigkeit beim Kennenlernen. Wenn euch einer überrennt, kommt ihr auch ins Schleudern. Nennen wir es doch nicht spielen, nennen wir es dem anderen Zeit und Raum geben. Relaxt sein und sich selbst auch Zeit zu geben und nicht von jeder Gefühlsregung übermannen zu lassen gehört für mich zum Reifeprozess dazu.

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