The return of Magic Mike

Die Sonne scheint! Habt ihr das gesehen? Ich fühle mich gleich viel freier, das ist einfach wunderbar. Hier im Blog ist gerade etwas Ebbe. Das mag daran liegen, dass ich gerade so etwas mache das sich „echtes Leben“ nennt. Die Dating-Plattformen verkuppeln Pärchen ohne mich. Ist in Ordnung. Allerdings ist eine alte Konstante zurück. Zumindest in Teilzeit. Ihr wundert euch sicher, warum ihr so lange nichts von ihm gehört habt. Oder auch nicht. Aber auch ich muss sehen wo ich bleibe. Und auch Frau hat gewisse Bedürfnisse. So ist es.

Die Zügel lang lassen

Magic Mike hatte ich verbannt. Ich war verliebt in ihn und er nicht in mich. Ein volles Jahr lang habe ich mir eingebildet, das würde schon noch werden. Wurde es aber (oh Wunder) nicht. Nach mehrmaligem vor- und wieder zurückschwimmen habe ich die Geschichte dann beendet. Es war zu verkraften, habe nicht mal geheult. Allerdings brauche ich schon immer ein paar Anläufe. Ich will nicht mehr – na ja einmal noch – jetzt aber wirklich nicht mehr – na gut ein letztes Mal. Dass ich an meiner Konsequenz arbeiten muss ist mir durchaus bewusst, Also habe ich die Zügel losgelassen. Ein paar Monate lang war dann auch komplette Funkstille. Und dann wieder diese Nachricht auf meinem Display. Man hätte sich ja lange nicht gehört… Warum auch. Du willst nicht händchenhaltend mit mir durch den Park schlendern, dann will ich auch keinen Sex. Ich wollte schon… aber nochmal zurückschwimmen hätte mein sich sowieso schon im Keller befindendes Ego quasi in die Bergwerke dieser Welt befördert. Also habe ich andere Sachen gemacht. Sport, ausgehen, Menschen treffen. Und das funktioniert auch heute noch hervorragend. Allerdings ist Sex nunmal gut, abstreiten kann das wohl kaum einer. Also habe ich einen Test gewagt.

Rar machen – in echt

Mike schreibt und schreibt, immer wieder mal ein „hallo wie gehts“, wir quatschen ein bisschen, er fragt ob wir uns mal wieder treffen können. Anscheinend hat er diese Superfrau nach der er zu suchen scheint auch noch nicht gefunden. Ich willige ein. Klar können wir uns irgendwann treffen. Wenn es mir reinpasst. Ein wunderbares Gefühl Herrin der Lage zu sein, und nicht mehr das Bedürfnis zu haben sich zu arrangieren. Der Gedankengang geht von „Hauptsache er kommt überhaupt“ zu einem entspannten „schauen wir mal“. Wir verabreden uns. Ich sage ab. Nicht weil ich keine Zeit habe, sondern weil mir an diesem Tag nicht nach ihm ist. Ich will gemütlich mit mir selbst auf meinem Sofa sitzen, ein Buch lesen und die Ruhe genießen. Er schlägt einen neuen Termin vor. Ich sage ab, da mir was dazwischen gekommen ist. Wirklich. Er schlägt einen neuen Termin vor. Der Junge hatte lange keinen Sex mehr. Zumindest interpretiere ich das fachmännisch so. Da es mir nicht anders geht treffen wir uns also schließlich. Wir haben Sex, und es ist nicht gut. Es ist so, dass ich mir danach denke, ich hätte es mir auch sparen können. Sehr unbeholfen und fremd. Danach lässt er sich erschöpft neben mich aufs Bett fallen, atmet kurz durch und beginnt zu erzählen. Von der Arbeit und wie arm dran er dort doch ist. Früher habe ich das genossen, weil er sich mir geöffnet hat. Jetzt frage ich mich ob das wirklich sein muss? Will ich ihm Sex und ein offenes Ohr geben? Nö. Das wäre eben der Vorteil an einer Partnerschaft, die er ja nicht will. Also schmeiße ich mich in die schlabberigste aller meiner schlabberigen Schlafhosen und bitte ihn höflich aber bestimmt zu gehen. Bin ja schließlich müde. Er geht und meldet sich wieder. Ich antworte ihm sporadisch und verspüre nur wenig Lust ihn nochmal zu treffen. Vielleicht ist es ja tatsächlich jetzt rum ums Eck.

Ich würd jetzt gern…du weißt schon

Mike kann viel. Er kann gut im Bett sein, er kann mich zum Lachen bringen, er kann toll erzählen, UND er kann toll unanständige Nachrichten schreiben. Das kann nicht jeder, oder es fühlt sich nicht bei jedem gut an. Er kann es. Er selbst hat wohl auch schon gemerkt, dass ich mich ein bisschen mehr bitten lasse als früher und beschließt, mit härteren Waffen zu kämpfen.  Mist, jetzt bin ich die Gelackmeierte. Sein Timing ist gut, denn er erwischt mich immer in diesen schwachen Momenten. Ich ertappe mich dabei, wie ich im Büro sitze und mir beim Gedanken an ihn auf die Lippe beißen muss. Allerdings bin ich mir auch dessen bewusst, dass Mike im Normalfall mehr sagt als tatsächlich macht. Im Zweifelsfall kündigt er Großes an, und was am Ende übrig bleibt ist ganz stinknormaler Blümchensex. Ich denke er wäre gerne wahnsinnig unvernünftig, traut sich aber leider nicht. Also genieße ich ein wenig unanständigen Nachrichtenverkehr und mache mir wenig Hoffnungen, dass ausgesprochenes auch tatsächlich umgesetzt werden könnte. Jedoch sind seine Versprechungen dieses Mal so verlockend, dass ich wirklich nicht wiederstehen kann. Ein paar Tage später steht er vor meiner Tür. Einen Versuch wage ich noch. Nur diesen einen.

Feuer und Fehlinterpretationen

Als ich dieses Mal die Tür aufmache steht da ein anderer Mike. Einer mit Feuer in den Augen. Das Feuer brennt noch eine Weile. Es lodert fast. Ich wehre mich nicht und lasse ihn gewähren. Er ist wie ausgewechselt. Ich denke nicht darüber nach warum. Danach liegen wir erschöpft nebeneinander und schmunzeln selig. Mein Hintern schmerzt ein bisschen. Sehr gut! Er dreht sich zu mir um, sieht mich an und sagt: „Weißt du, ich denke diese dominantere Rolle liegt mir einfach mehr.“ Halleluja! Innerlich schlage ich dir Hände über dem Kopf zusammen und danke Gott, dass sie nicht ausgestorben sind. Die Männer die Zügel in die Hand nehmen. Bein meinen letzten Dates, sagen wir mal über das letzte Jahr verteilt, habe ich immer mehr das Gefühl bekommen, dass da draußen nur noch Männer zu haben sind, die sich gerne von ihren Frauen beherrschen lassen. Ich will nicht urteilen, jeder sollte tun was er tun will, aber so viele? Ich habe mich fast schon gefragt ob die Männerwelt die Shades of Grey Triologie vielleicht falsch interpretiert hat. Es ist die FRAU die dabei auf den Hintern bekommt. Tsssss. Auf einmal höre ich aus allen Ecken das Wort „devot“ – und das nur aus männlichen Mündern. Fessel mich, hau mich, befiel mir. Und was noch so alles dazugehört. Devote Männer sind wie ein Schwall, der auf einmal aus dem Nichts kam und jetzt da ist und auf Anweisungen wartet.

Einmal bitte extrem

Sexuelle Neigung ist sexuelle Neigung. Muss jeder für sich entscheiden was einem am meisten liegt. Ich bekomme allerdings das Gefühl, dass es dieses Mal ein bisschen so, mal ein bisschen so sein kaum noch gibt. Kein Mittelmaß mehr, lieber Extreme. Muss ich mich entscheiden auf welcher Seite ich bin? Oder liegt es einfach nur daran, dass wir offener geworden sind und die Menschen jetzt auf einmal damit rausrücken, nachdem sie ihre Neigungen ewig im Verborgenen gehalten haben? Franz war auch einer von diesen devoten Männern. Fesseln sollte ich ihn, am besten im sexy Lackfummel. Leider bin ich das nicht, und zwar absolut nicht. Beim Gedanken an mich selbst in dieser Aufmachung, wie ich dem Mann unter mir meinen 20cm Absatz in die Brust drücke muss ich eher schallend lachen als Erregung zu empfinden. Genauso beim Gegenteil. Es gibt bestimmt viele Menschen, für die diese Neigungen fester Lebensbestandteil sind. Menschen die ohne absolut unglücklich werden. Ist nicht meins, kann ich aber verstehen. Aber warum scheinen auf einmal alle diese Extreme zu leben. Und noch viel wichtiger: Warum scheint sich ein Großteil der Männer sehr viel wohler in der unterwürfigen Position zu fühlen? Haben wir euch über die Jahre so runtergebuttert, dass ihr es euch dort nun kuschlig und gemütlich gemacht habt?

Mike hat sich als das entpuppt was ich haben will. Ein Mann. Zumindest im Bett. Seine sonstigen Sozialkompetenzen will ich hier mal nicht durch den Kakao ziehen. Eigentlich sollte ich das lassen. Allerdings macht es zu lassen keinen Spaß. Ich denke ich werde wohl noch das ein oder andere Mal auf ihn zurückkommen. So lange ich mich dafür nicht verbiegen muss. Also kommt er mal wieder vorbei – jetzt ist es ja auch schon egal oder? 🙂

xoxo_Carrie_2

© Fred – Fotolia.com

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11 Gedanken zu “The return of Magic Mike

  1. Passend zum heutigen richtigen Frühlingsbeginn mal eine zum Wetter passende Geschichte.

    Sex wird erst dann unvergesslich, wenn der Verstand aussetzt. Ohne irgendwelche Gedanken zu haben, was der andere denken könnte. Machen, nicht labern, und der Leidenschaft sind keine Grenzen gesetzt.

    Nach dieser Geschichte brauche ich nun eine Abkühlung.

  2. Es gibt nicht mehr viele Dominante Männer. Weil ihnen schon vom Kindergarten an gesagt wird. Sei nett zu Frauen.
    Kauf ihnen Geschenke ect. All das macht dann aus den meisten Männern Waschlappen. Siehe dazu auch der Hang zu
    Disney Filmen Happy End ect.

  3. Also, ich hab ja eine steile Karriere in der BDSM-Welt hinter mir. Die devoten Menschen wollen einfach mal die Verantwortung abgeben. Da Männer meist mehr Verantwortung tragen, wollen sie das auch häufiger als wir Frauen. Das zumindest ist meine Theorie.

    Ich will das nämlich auch. Als selsbstständige Karrierefrau trage ich auch viel Verantwortung. Und da will ich – verdammt noch mal – im Bett endlich mal unten liegen. Außerdem bin ich eine Frau. Das ist meine natürliche Rolle 😉

    Ich bin auch an viel zu viele Devotlinge geraten, und mittlerweile mache ich einen reisengroßen Bogen darum. Das ist auch einer der Gründe, warum mir die Latinos so liegen. Die würden sich eher den Schniedel absägen als als „devot“ zu gelten. Und ich lass den Männern im Bett gerne das Sagen. Dann muss man nur noch im Alltag ein Gleichgewicht finden…

  4. Im Grunde wünschen sich doch viel mehr Frauen, daß der Mann ihnen im Bett zeigt und sagt, wo es lang geht.

    Wieviele Frauen in langjährigen Partnerschaften haben heimliche Sehnsüchte und Wünsche. Dasselbe gilt übrigens auch für die Männerwelt. Wenn diese Wünsche und Sehnsüchte nicht ausgelebt werden können, dann wird es über kurz oder lang zu einer Affäre kommen, wo es nur um dieses Ausleben geht.

    Beim Sex geht es um Leidenschaft, um Begierde, um das Fallenlassen… und dies geht nicht beim Blümchensex. Blümchensex ist schön, aber der hemmungslose, obszöne Sex ist für den Körper und die Seele befriedigender.

  5. Passt zwar nicht 100% zum Thema … aber … mir doch egal …

    Wie jedes Jahr is auch bei mir, meine „Lady“ wieder daheim … bis Ende September.
    Bei ihr weis ich wo ich dran bin und sie ist immer für mich da.
    Obwohl ich sicher ihr, viel Zeit widmen werde, muss ich aber auch zusehen, dass ich hier mal wieder mehr lese…
    Anderseits, kann ich dir zustimmen … lieber das Leben mehr geniessen und „Mitmenschen beglücken“, als in die verschiedensten Fenster zu glotzen, in denen verschiedene Browserfenster, Kalender, Officedokumente, etc zu besichtigen sind. 🙂

    Also, geniesse weiter dein Leben …. wo auch immer es grad stattfindet. 🙂
    Gutes tut gut!

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