Männertypen – 2. Der Kletter

Das zweite Exemplar in meiner Serie Männertypen ist der Kletter. Kletter als solches wird hier dargestellt als vermännlichtes Exemplar von „die Klette“. Die Klette ist im Allgemeinen bekannt als Pflanze, die sich zur Samenverteilung im Tierfell festklettet. Dieses Grundverhalten lässt sich auch auf die menschliche Spezies übertragen, wobei hier in den meisten Fällen die Samenverteilung nicht an oberster Stelle steht. Die menschliche Klette sucht zunächst Gesellschaft, dies um jeden Preis, und ist dann oft resistent gegen äußerliche Abwehrmethoden.

Eigenschaften

Den Kletter kann man überall kennenlernen. In Bars, beim Einkaufen, in der Tanzstunde, oder online. Eher jedoch gehört er zur schüchternen Sparte Mann, die sich eher auf den breit gestreuten Dating Portalen tummeln. Frau lernt den Kletter kennen, und er wirkt im Großen und Ganzen nett. Eventuell ist er etwas unsicher, schüchtern, unterwürfig. Der Kletter hat ein unwahrscheinlich hohes Bedürfnis nach Kommunikation – seiner Männlichkeit zum Trotz. Dies drückt sich aus in vielen (vielen!) Kurznachrichten über alle Kanäle. Wird eine SMS nicht beantwortet, wird die Nachricht per Email oder Chat erneut gesendet, um sicherzugehen, dass Frau sie auch erhält.  Gerne ruft der Kletter auch einfach mal an, was an sich absolut nicht verwerflich ist. Nur arbeitet die Frau meistens, und findet zu Feierabend sieben verpasste Anrufe und drei neue Nachrichten auf ihrer Mobilbox vor. Überforderung macht sich breit. Der Kletter möchte die Frau treffen, unbedingt. Weil er sie sympathisch findet. Er krallt sich in diesem Gedanken fest und handelt auf eine Art und Weise, wie wir es sonst eigentlich nur von der ein oder anderen Frau kennen. „Sie hat meine Nachricht gelesen, aber noch nicht geantwortet?“ Kommt euch bekannt vor?

Problematik

Meist kommt ein erstes Treffen mit einem Kletter, den die Frau online kennengelernt hat gar nicht erst zu Stande. Die Frau nimmt schnell eine Abwehrhaltung ein. So geschehen mit Ralle. Ich habe Ralle kennengelernt, wir haben geschrieben, haben auch mal telefoniert – ich merkte ziemlich schnell: Nicht meins. Zunächst habe ich versucht, ihn durch nur sehr begrenzte Beantwortung seiner übermäßig vielen Nachrichten zu vermitteln, dass ich nicht interessiert bin. Da ihn das nicht davon abgehalten hat, weiterzumachen wie bisher wurde ich deutlicher: Kein Interesse. Sorry! Er nahm das zu Kenntnis, es änderte sich nichts. Nachrichten, Anrufe, Email, Facebook,…Ralle überall. Ich betonte nochmals, dass ich kein Interesse hätte. War ihm egal. Keine Antworten mehr meinerseits. War ihm egal. Nur auf einen Kaffee? Bitte? Oder ein Glas Wein? Das wär super super schön. Nein nein nein nein nein! Super super nein! Spreche ich Chinesisch??

Fazit

Der Kletter ist schwer von Verstand. Er will nicht verstehen. Weder vorsichtige Andeutung, klare Aussagen noch komplette Ignoranz der Frau lässt bei ihm das Gefühl entstehen, er könnte es gut sein lassen. Im Gegenteil. Je mehr sich die Frau ihm entzieht, desto intensiver gestaltet sich die Kontaktaufnahme seinerseits. Man könnte fast sagen, der Kletter ist das Weib unter den Männern. Der Kletter bringt zudem oft noch weitere fragwürdige Eigenschaften mit, wie zum Beispiel die „beleidigte Leberwurst“. Die Frau sollte hier definitiv klare Ansagen machen, um das Schlimmste zu verhindern. Auch dem Kletter dämmert es irgendwann, es dauert eben seine Zeit. Nach einem Jahr schreibt mir sogar Ralle nur noch ganz selten. Dass ich ihn auf Facebook gelöscht habe ignoriert er. Irgendwann wird auch er es verstehen.

So schön es auch  sein kann, von einem Mann begehrt und umworben zu werden… Alles hat seine Grenzen. Jungs: eMANNzipiert euch!!

xoxo_Carrie_2

© Marcin Sadlowski – Fotolia.com

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13 Gedanken zu “Männertypen – 2. Der Kletter

  1. Du meinst wohl eher Stalker 😉

    Ich frage mich, wieso du direkt alle deine Kontaktmöglichkeiten herausgibst, also Nummer ist verständlich, wenn man telefonieren möchte, aber E-Mail und Facebook, wofür?.
    Und was mich interessiert, wo kam denn das anfängliche Interesse deinerseits her? Hat er dich zuvor noch nicht mit Nachrichten auf der Online Plattform bombardiert?

    • Zunächst war es eine ganz normale Kommunikation. Wir redeten über gutes Essen und Wein. Damals hatte ich noch meinen vollen Namen bei Whatsapp gespeichert. Dann kanm seine Anfrage für Facebook. Aus Fehlern lernt man würde ich sagen 🙂

  2. Oh ja, Fehler sind was sehr schönes …. solange man daraus lernt! 🙂

    Ähm … also wenschon lese ich übertrieben gut chinesisch oder ich muss feststellen, dass ich sowas als Frau noch niciht kennenlernen durfte.
    Da hab ich wohl sehr viel Glück haben dürfen …
    Ne, Chinanesisch kann ich nicht wirklich … wenn ich wach bin. 🙂 😀

  3. Kommt mir sehr bekannt vor! Aus eigener Erfahrung, als auch aus Erzählungen von Freundinnen. Und der Kletter geht gar nicht. Je mehr ein Mann klammert, desto unmännlicher empfinde ich ihn. Da hilft nur „Lauf CarrieW, lauf!“ 😀

  4. Der Witz ist: Mit ihrer verbohrtheit kriegen auch solche Kerls irgendwann mal eine ab. Eben eine, die sich weichklopfen lässt.

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