Ich sortiere… dich aus

Wenn sich Männer um Kopf und Kragen reden. Es ist so erfrischend. Da vergesse ich glatt meinen Groll und amüsiere mich. Köstlich!

Viel Wind um nichts

Andreas. Er reiht sich ein in die Riege der Männer, die nicht der Vater meiner Kinder werden. Das ist absolut tragbar, denn für meine Kinder wünsche ich mir einen Vater der über zwei Eier verfügt. Andreas hat die Woche über geschwiegen, was ich wohl, trotz aller Regeln, die Rarmacherei vorschreiben, schon ganz richtig interpretiert habe: Trotz Knutscherei kein Interesse. Ich persönlich finde, sich wortlos zu entziehen sehr unfein. Nach einigen wenigen nichtssagenden Nachrichten zum Ende der Woche platzte heute die Bombe. Ganz leise. Es tut ihm leid, dass er sich nicht gemeldet hat. So weit so gut. Also er findet mich WIRKLICH total toll. Komisch, das Gefühl hatte ich irgendwie nicht. Deswegen auch das aber. Aber: er muss erst mal sein eigenes Leben auf die Reihe bekommen und hat viel zu wenig Zeit. Er will mich so wahnsinnig gerne besser kennenlernen. Aber: er weiß ja nicht ob ich das dann überhaupt noch will. Viel Geseier mit nur einer Key Message: Ich habe kein Interesse.

Noch besser als du?

Die Frage, die sich mir stellt ist die folgende: Was bewegt die Männer dazu, eine Abfuhr gegenüber einer Frau immer auf eine Art und Weise zu formulieren, die sie dem Anschein nach nicht als den Bösen dastehen lässt. Wie das funktioniert? Der Mann will nicht. Immerhin ist ihm anzurechnen, dass er noch etwas dazu sagt, anstatt sich nur feige aus der Affäre zu ziehen. Er will nicht der Böse sein. Warum verstehe ich nicht, im Grunde kann es ihm egal sein. Also betont er nochmals deutlich, dass er die Frau eigentlich toll findet. Eigentlich will er sie besser kennenlernen. Eigentlich kann er sich mehr mit ihr vorstellen. Eigentlich würde sie gut zu ihm passen. Honig um’s Maul. Ihr wisst, was ich meine. Und dann das ABER. Das Aber ist frei gestaltbar. Es ist immer etwas, für das dem Mann im Grunde nicht die Schuld gegeben werden kann. Aber mein Leben ist im Moment so durcheinander. Aber ich bin noch nicht ganz über meine Ex hinweg. Aber aber aber. Und dann: Ich bin nicht gut genug für dich. Du wärst ohne mich besser dran. Du würdest mich nicht wollen.

Armer Schatz

Was bezweckt diese Taktik? Es ist mir ein Rätsel. Mann kann nicht ernsthaft annehmen, dass die Frau nicht schlau genu ist, das zu durchschauen. Ich möchte mal wissen, ob jemals in der Geschichte der Menschheit ein Mann zu einer Frau gesagt hat „du hast was besseres verdient als mich“ und die Frau hat geantwortet: „Das ist so lieb von dir, dass du mich vor dir bewahrst. So ehrenvoll“. Niemals. Ganz sicher! Erhofft der Mann sich hierdurch, dass wenn er irgendwann einmal unter Frauenmangel leidet, er die Dame, die er zuvor quasi vor sich selbst gerettet hat nochmal aufwärmen kann? Damals war ich nichts für dich. Aber ich habe mich geändert. Lass uns Sex haben um zu testen ob wir jetzt zusammenpassen. So? Echt?

Männer mit Eiern

Männer mit Eiern machen einen Punkt. Es war schön mit dir, aber ich habe kein tieferes Interesse. Warum auch immer ist in dem Moment vollkommen egal. Wozu all diese Wortkauberei, dieses in Rage reden? Fadenscheinige Ausreden, die selbst jede noch so weltfremde Frau als solche erkennen würde? Wenn der Mann der Frau eine Abduhr erteilt, ist er immer der Böse. Es gehört nunmal per Definition zur Abfuhr dazu, dass einer nicht bekommt was er will. Aber sollte die Männerwelt dies dann nicht wenigstes handhaben wie ein Mann? Ich ging also ein auf sein Gerede. „Vielleicht sollten wir einfach kurz telefonieren, ist etwas einfacher als diese Schreiberei.“ Wenn er so ein feiner Kerl ist schlägt er mir das ja bestimmt nicht ab. Er ist heute nicht „so gut drauf“. Ach? Geht mir auch immer so wenn ich meine Tage habe. Also ist die Geschichte rum ums Eck. Eine wohl überlegte und umso deutlichere Nachricht meinerseits konnte ich mir nicht verkneifen. Während Andreas nun also sein Leben sortiert, sortiere ich aus. Ihn.

xoxo_Carrie_2

© Maik Dörfert – Fotolia.com

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20 Gedanken zu “Ich sortiere… dich aus

  1. Als ich Kenan nach der ersten Knutscherei einen Korb gab, nahm ich dieselbe Ausrede: Mein Leben ist gerade so durcheinander, ich habe keine Zeit für einen neuen Mann.Er hats geschluckt.
    Tatsächlich war ich mir nicht ganz so sicher, was ich wollte. Mein Ego hätte es toll gefunden, wenn er ein wenig gekämpft hätte, hat er aber damals nicht. Noch nicht.
    Später hab ich ja doch was mit ihm angefangen. Und dazu passte die Ausrede dann auch gut. Da war dann mein Leben nicht mehr so durcheinander und wir konnten es versuchen. Hat ja aber, wie Du vielleicht weißt, trotzdem nicht funktioniert.

    Meine Ausrede dieses Mal: „Ich will nicht, dass Du mich später wegen einer jüngeren Frau verlässt“ – es ging um das Kinderkriegen. Tatsächlich aber doch wieder nur ein Versuch, nicht als böse Schlussmacherin aufzutreten, sondern als edelmütige reife Frau, vielleicht sogar als Opfer.

    Letztendlich geht es beim Korbverteilen doch nur darum, nicht als Schuldige dazustehen.

    Dein Andreas scheint mir nicht ganz so unähnlich zu sein. Mit dem Unterschied, dass ich immer genügend Eier habe: Zur Not im Kühlschrank.

    • Ann!? Du bist ein weiblicher Andreas? 🙂 Dann kannst du es mir ja sagen. Erfindet man Ausreden um warmzuhalten oder um nicht böse dazustehen? Denn wenn man jemanden nicht will kann es einem doch eigentlich egal sein wie man da steht oder?

      • Ich glaube, für mich ging es immer darum, nicht böse darzustehen. Darum, mein Bild von mir als gute, liebenswerte (!) Person aufrechtzuerhalten. Ich sehe mich nicht als kaltherzige Frau, die einen Mann benutzt, bis sie keinen Bock mehr auf ihn hat. Also stelle ich das anders dar. Ihm gegenüber, und auch mir selbst gegenüber.

      • Naja jeder hat kalte und herzlose Phasen.. 🙂 Aber natürlich ist es auch ein Stück Selbstbeschiss, das ist ja das unerwachsene daran oder von mir aus das keine Eier haben.

  2. Ich glaube, dass er das macht, um sich selber nicht Scheiße zu fühlen. Und ich denke, die Leute – Frauen auch – denken sie würden die andere Person nicht verletzen. Der Spruch bei dem ich kotzen könnte ist „Ich will keine Beziehung“. Das heißt meistens „jedenfalls nicht mit dir“!

    • Ich glaube, wenn ich da von meiner Person auf die Männer schließe, ist das ein bisschen hart.
      Wenn ich nun z.B. Kenan nehme, dann habe ich das Gefühl, dass ich wirklich keine Beziehung will. Ich fühle mich wie ein Schmetterling, der eingefangen werden soll. Ich soll all meine Freiheiten aufgeben für einen Mann, der nur so lala passt. In dem Moment, wo ich mir eine Beziehung mit Kenen vorstelle, will ich tatsächlich keine Beziehung. Und wenn ich dann Schluss gemacht habe, fühle ich mich sehr frei und finde die Entscheidung auch richtig.
      Natürlich möchte ich nicht mein Leben lang Single bleiben und mit einem anderen Mann würde ich eine Beziehung führen. Ich kann das aber nicht immer so fühlen, wenn ich mich gerade wieder so fühle, als wollte mich jemand einfangen. Auch wenn ich – übergeordnet – weiß – dass es so ist.

  3. Ich weiß gar nicht, ob es so herzlos ist, zu entscheiden, dass ein Mensch doch nicht zu einem passt und sich dann zu trennen. Es fällt nur so unglaublich schwer, das mit Herz und dennoch ehrlich rüberzubringen.
    Also, wenn ich Schluss gemacht habe, dann kann ich mich immer an den Wunsch in mir erinnern, der einem „Aber bitte hab mich doch trotzdem lieb“ glich. Trennungen sind für beide Seiten schwer (auch wenn es bis dahin nur einen Kuss gegeben hat). Also hab ich das so gedreht, dass man im Zweifel mich und nicht ihn hätte trösten müssen. Dasselbe habe ich auch bei Männern beobachtet.

    • Ich glaube das Thema kann man drehen und wenden wie man will, der eine mach es so, der andere macht es anders. Und das kommt dann eben mal besser mal schlechter an. Ich stehe ja eher auf die ehrliche Variante, da ich es schlichtweg hasse wenn ich für dumm verkauft werde. Sich selbst als gut dastehen zu lassen ist ja nicht das Schlimme. Es so anzustellen, dass der andere merkt, dass es nur Ausreden sind, das dine ich grausam.

      Jeder nach seiner Fsson 🙂

  4. Ehrlichkeit ist geil, auch wenn es in solch Situationen nicht immer einfach erscheint.
    Um so mehr man aber ehrlich lebt, um so einfacher wird es auch in jeder Situation.

    Ich Fassone auch mal. 😉 😀

  5. Das mit dem Selbstbetrug passt eigentlich für beide Seiten, also für den Schlussmacher, als auch für den Verlassenen (wobei damit jetzt nur Dating-Bekanntschaften gemeint sind, keine Beziehungen). Der Schlussmacher (ohne Eier) fühlt sich besser, wenn er einen fadenscheinigen Grund vorschiebt, aber auch der im Regen stehen Gelassane kann davon profitieren. Ist ja viel einfacher seinen Freunden & Bekannten zu erzählen, dass es mit dem Typ nix geworden ist, weil er eben gerade in einer schweren Phase ist oder whatever. Fällt bestimmt leichter auszusprechen als „Er steht nicht auf mich“. Ich kann aber verstehen, dass viele die ehrliche Variante bevorzusagen, was man mit der Wahrheit anstellt ist ja am Ende jedem selbst überlassen 😀

    • Das ist wohl von Person zu Person unterschiedlich. Ich komme mir blöder dabei vor, meine Freunden zu sagen „er macht wohl grad eine schwere Phase durch“. Sie wissen was das bedeutet. Und denken ich checks nicht. Lieber bin ich herlich und sage, wahr wohl nichts er findet mich nicht gut. Dazu stehe ich 🙂

  6. Ich hab das Gefühl, das ist irgendso ein Psycho-Tick, wie Leute, die immer zielstrebig alles vermeiden, was zum Erfolg führen könnte. Unterbewusst will er einfach keine Beziehung.

  7. ah, text gefunden 🙂
    und diesen text sollten sich alle menschen hinter die ohren schreiben, die sich mit fadenscheinigen ausreden aus der affaire ziehen. ich habe auch nie verstanden, was schwierig an einer klaren antwort ist, wenn man schon eine klare frage gestellt bekommt.

  8. Denkst Du wirklich, dass es Dir besser gehen würde, wenn er gesagt hätte, dass Du z. B. nicht gut küsst? Das Du zu klein, zu groß, zu xyz wärst? Eine Absage ist eine Absage. Abputzen, Krone aufheben und weiter.

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