Liebestoller Delphin meets Räucherstäbchen

Tag 2 des ereignisreichen Wochenendes ist geschafft. Jumping Dinner. Ein weiterer Zwischenstop auf der Suche nach Mann mit Hund. Ob hier wohl interessantes Männermterial anwesend sein wird? Oder treffe ich auf einen Haufen übriggebliebener noch-bei-Mutti-Wohner? Wie versprochen heute hier exklusiv für euch: Der Nachbericht.

17:30 – Vorspeise

Mit meinen Kochutensilien im Gepäck mache ich mich auf zu meiner Kochpartnerin Steffi. Es gibt Kokos-Karotten-Ingwer-Suppe mit Garnelen. Haben wir uns super ausgedacht. Beim Zutaten schipseln unterhalten wir uns über dies und das, richtig nettes Mädel. Glück gehabt. Fast pünktlich um 17:30 treffen unsere Gäste ein, und es wird relativ schnell klar: Hier besteht ein Frauenüberschuss. Karsten ist der Hahn im Korb, scheint sich daran aber nicht zu stören. Nach erster Zurückhaltung beginnt Susanne von ihrem traumatischen Delphinerlebnis im Ägyptenurlaub zu erzählen. Sie wurde angefallen. Angefallen allerdings nicht im Sinne von angefallen sondern eher so wie „angefallen“ (mit Augenzwinkern). Als auch der Letzte in der Runde verstanden hat, was genau sie damit meint, ist das Eis gebrochen. Ich liege mit Lachtränen in den Augen unter dem Tisch, als Susanne bis ins kleinste Detail erzählt, wie das so war, als der Delphin versuchte, sich mit ihr zu paaren. Martina fragt vorsichtshalber immer nochmal genau nach. Süßer Senf wird ab sofort von uns allen mit anderen Augen betrachtet. Huch? Zeit schon vorbei? Wir müssen los, auf zur nächsten Wohnung. Suppe war lecker. Check

19:00 – Hauptgang

Wir sind zu Besuch bei Olga und Nadine, die sich schon zuvor kannten und sich gemeinsam zum Dinner angemeldet hatten. Mit etwas Verspätung treffen auch Inge und Chris ein. Wieder Frauenüberschuss. Es gibt Tortillas. Chris ist schwierig. Alleine die Getränkeauswahl überfordert ihn. Währen Inge zielstrebig zum Bier greift, wägt er noch zwischen Hugo, Proseccöchen und Cranberryschorle ab. Ihr wisst Bescheid. Der Hauptgang ist mit fast zwei Stunden angesetzt. Das kann toll sein, wenn man interessante Gespräche führt. Wenn. Wir sitzen also am Tisch, essen Tortillas und reden…nicht. Ich habe das dringende Bedürfnis eine Flasche Schnaps auf den Tisch zu stellen. Auch einige Versuche meinerseits, ein Gespräch ins Laufen zu bringen, scheitern kläglich. Steffi und ich erzählen die Delphingeschichte. Keiner lacht. Chris und sein Stock im Hintern sitzen da und schweigen. Ich will weg hier. Steffi auch. Um 20:15 werden wir rausgeschmissen, die Mädels müssen zur Ubahn. Och schade…jetzt wo es grad so nett war…

21:00 – Dessert

Nach einer kurzen Spritztour durch die Stadt, um Zeit zu schinden, kommen wir bei Matze an. Tür auf und wohlfühlen. Wir werden herzlichst begrüßt, auf’s Sofa befördert und mit alkoholischen Getränken versorgt. Matze (geschätzte 40) lebt gemütlich. Ich tippe auf Geschäftsmann mit Hang zur Esoterik. Räucherstäbchen, Gebetsdecken, handgeschnitztes, daneben das iPad. Matze Kocht mit Karin, auch schon etwas älter und zuckersüß. Frauenüberschuss reloaded: Tanja und Carina treffen ein. Vom ersten Moment an ist klar: Das ist die beste Runde. Wir sitzen, essen Tiramisu, trinken Käffchen und Grappa und unterhalten uns angeregt. Carina arbeitet in der Tourismusbranche und ich habe eine Leidensgefährtin gefunden. Matze präsentiert stolz seinen automatischen Teekocher, den er sich für ein halbes  Vermögen selbst zu Weihnachten geschenkt hat. Immerhin eine der Frauen kann er mit seinem original aus Nepal mitgebrachten Olong Tee beglücken. Ist mächtig stolz, der Bub. Die Deko in der Wohnung macht Mutti. Schon klar. Interessante Gäste, interessante Gespräche, und im Nu sind schon wieder zwei Stunden vergangen.

Die anderen brechen nun zum Nachtreffen auf, ich kann nicht mehr. So sehr ich mich auch bemühe, mir fallen einfach die Augen zu. Ich muss mir wohl selbst eingestehen, dass drei Stunden Schlaf in meinem Alter einfach nicht mehr tragbar sind. Also klinke ich mich aus und gehe nach Hause. Alles in allem war es wirklich eine spaßige Erfahrung. Mal abgesehen von Herr-Stock-im-Po. Aber das kann immer mal passieren. Bei einem Verhältnis von 3 zu 10 Männlein/Weiblein, ist hier der Dating Aspekt eher außen vor. Ich werde trotzdem irgendwann wieder mitmachen. Heute habe ich frei. Ich werde wohl mal Mittagsschläfchen machen.

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29 Gedanken zu “Liebestoller Delphin meets Räucherstäbchen

  1. hahaha ohjee… das essen klingt ja wirklich klasse, aber diese delphingeschichte…? man muss ja schon viel mitmachen als single, auch wenn man dann dafür aber auch die lustigsten erlebnisse zu berichten weis 😉 bin ja auch viel auf singlebörsen unterwegs und habe es letzten sommer sogar gewagt, einen singleurlaub zu buchen. es ist zwar nich dauerhaftes bei rumgekommen, aber es war eine sehr amüsante zeit dort 😉

  2. Ich war am Wochenende alleine bei einem Tanzkurz… auch hier der totale Frauenüberschuss. Ich sag dir: Alleine tanzen macht echt keinen Spaß 😀

    • Ach scheiße echt? Wir müssen das in die Männerwelt hinaustragen. Was gibt es denn schöneres als ein Haufen alleinstehender Frauen? Hm… ja gut… da gibt es wohl einiges 🙂

      • Umgekehrt kann ich dir als Frau den Rat geben: Probiere es mal mit Kickboxen. Totaler Männerüberschuss und was für Männer 😉

      • Notitz an mich: Anmeldung beim Kickboxen (dringend!)
        Davor muss ich es allerdings erst mal schaffen, dass mein Kopf nicht mehr aussieht wie eine Tomate beim Sport, das ist auch irgendwie unheiß 🙂

    • Habe wohl die falschen Tanzkurse besucht. Frauenüberschuss kenne ich da (leider) nicht. Nur ältere Paare, denen zuhause die Decke auf den Kopf fällt (alternativ: „Wir müssen Tanzkenntnisse heiraten, unser Sohn heiratet“ oder der Mann hat gar keine Lust und ist nur mitgekommen, damit seine Frau nicht mehr meckert).
      Wahlweise dann bei lateinamerikanischen Tänzen (insbesondere Tango!) Frauen auf Selbstfindungstrip nach der ersten Scheidung (Anfang 40, Typ „Ich will mich jetzt selbst entfalten“) und etwas schmierige Männer, die auf genau solchen Frauen hoffen (meist Kerle, die dringend Kohle brauchen).

      Aber ich bin auch gar nicht desillusioniert oder zynisch 😀

      • Deine Beschreibungen sind einfach immer so wunderbar detailgetreu Volker, ich liebe es und habe ein hervorragendes Bild im Kopf… 🙂

      • Es ist nicht ganz so lustig, wenn einem so eine frustrierte fourtysomething einerseits ihren Frust über Männer erzählt und einem andererseits an den Hintern fasst …

      • Gerade zurück von einem Tanzschulenabend. Muss meine Schilderung ergänzen. Es gibt auch noch kichernde 15-jährige Mädchen als Alternative zu den fourtysomethings. Die sind aber nicht weniger grauenhaft. 😀

      • In einer Weinlaune habe ich nach dem gestrigen Abend mal eine Anzeige „Tanzpartnerin gesucht“ in einem lokalen Forum aufgegeben. Die ersten Reaktionen lassen mich zweifeln, dass es hier solche Normalos gibt. Meine Kollegin guckt schon ganz verwundert ob meiner etwas irre klingenden Lacher 😀

      • „Hallo, wir sind eine selbstorganisierte, nicht-kommerzielle Tanzkommune, die immer neue Mitglieder sucht. Wir treffen uns im Bürgerhaus […].“

        Gedankennotiz an mich: Nicht mehr betrunken online gehen. Ich hoffe, ich habe nicht noch anderswo was gepostet …

      • @Carrie: Genau das fragte ich mich auch. Verfluchte Neugier, habe nachgefragt und bin jetzt wohl im Verteiler einer subkulturell-politisch sehr kompromisslosen Gruppe gelandet, die schon in einer Tanzschule eine kapitalistische Einrichtung sieht.

        @Holly: Ohne es zu wissen befürchte ich, dass es etwas zu weit weg ist 🙂

  3. Pingback: Mein 2013 – 13 wichtige und unwichtige Fakten | Is it Love?

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