Der singende Weihnachtsmann

Ich denke ich kann es jetzt guten Gewissens offiziell machen: ich werde wohl übrigbleiben! Es ist tragisch, ich weiß…

Ich habe hier bereits über Feinstaub gesprochen. Das was übrig bleibt, wenn ich die Männer, die ich treffe, zuvor gnadenlos aussiebe. Man könnte meinen, alles was übrig bleibt wäre die Crème de la Crème der Männerwelt, leider trifft auch das nicht zu. Also habe ich dieses Mal untypisch gehandelt. Habe mich mit Sebastian getroffen. Ich kenne seinen Nachnamen nicht, habe ihn somit auch nicht zuvor in diversen sozialen Netzwerken recherchiert. Ich habe nur ein Foto von ihm gesehen auf dem er ganz gut aussah, nur sehr wenig mit ihm geschrieben, sowie einmal kurz mit ihm telefoniert. So weit so gut. Ich war davon überzeugt, dass das Treffen trotzdem toll wird.

Erste Station unseres Treffens sollte eine schicke Bar über den Dächern der Stadt sein. Wir witzelten zuvor noch darüber, ob ich ihn überhaupt erkennen würde. Er wäre der gutaussehende Mann mit der schwarzen Jacke, gab er mir als Tipp. Gut, dass er das mit der Jacke dazugesagt hat, denn der Mann, der da grinsend auf mich zugelaufen kam, sah wie es mir schon einmal zuvor passiert war, mal wieder aus wie eine deutlich ältere Version des Mannes, den ich vom Foto kannte. 36. Mit HALBGLATZE!! Es tut mir leid Männer, ich weiss die vorzeitige Erglatzung trifft euch oft unverhofft, aber bitte: Dann rasiert den Rest weg oder so was. Aber Halbglatze mit einem leichten Flaum an der Stelle, an der normalerweise Haare sein sollten?? Na ja, dachte ich mir, vielleicht ist er ja nett.

Wir zogen also los in die besagte Bar. Auf dem Dach. Es schneite. Wir standen draußen. Warum? Ja liebe Leute, wir standen draußen, weil die da so tolle Weihnachtsmusik gespielt haben, zu der er zeitweise nur lustig mit dem Kopf wippte, und ab und an auch mal ein paar Textzeilen mitträllerte. Ich war, ich gebe es zu, leicht irritiert. Immerhin hat mein Aperol Spritz satte 18€ gekostet, was mich für die vom Schnee zerstörte Frisur und die kalten Füße entschädigte. Über was wir geredet haben? Fragt mich nicht…

Später im Restaurant ließ er immer wieder ungekonnt durchscheinen, dass er öfters in hochpreisigen Lokalitäten unterwegs wäre laber laber laber (muss an dieser Stelle sagen, dass wenigstens das essen gut war), dreizehn Jahre lang war er Leichtathletik Trainer und hatte quasi kein Privatleben, und seit einem Jahr wohnt er jetzt auch in seiner eigenen Wohnung. Ist doch schön oder? Immer wieder wurde ich während seinen einschläfernden Ausführungen durch seinen spontanen Stimmlagenwechsel aus meinen Gedanken gerissen. Ja Stimmlagenwechsel – sehr, sehr… SEHR hoch konnte der sprechen. Kleiner Penis. Ich bin mir sicher. Apropos Penis: Während er redete und redete, habe ich ihn angesehen und mir vorgestellt wie es wohl wäre Sex mit ihm zu haben. Ich kam zu dem Schluss, mal abgesehen davon, dass ich es mir beim besten Willen nicht vorstellen konnte, dass er wohl zum Typ Mann „Socken im Bett anlassen“ gehört.

Da Sebstian bekennender Frühaufsteher und folglich auch Frühinsbettgeher ist, war gegen 22:30 auch endlich der Zeitpunkt gekommen, an dem die Rechnung unseren Tisch erreichte. Ich war davor extra nochmal mein Näschen pudern, dass er während dessen galant bezahlen konnte. Entweder fand auch er das Date scheiße oder aber er war tatsächlich einfach ein Idiot. Die Rechnungsmappe lag also vor ihm, da fing er an, sie bestimmt vier oder fünf mal auf und zu zu klappen, sah immer wieder hinein, handelte aber nicht. Begleitet wurde dieses lustige Schauspiel von… und jetzt kommt’s… einem düdüleldüüü düdüleldüüü Singsang (hohe Stimmlage) seinerseits, gepaart mit nervösem Fingertrommeln und Blicke in den leeren Raum. Ich habe mir das Spiel bestimmt eine Minute angesehen, bis es mir tatsächlich peinlich wurde, da die Bedienung schon immer mal wieder um die Ecke sah. Ich habe dann vorgeschlagen, einfach halbe halbe zu machen, da sah er mich irritiert an und sagte: „Aber dein Hauptgericht hat doch 2.50€ mehr gekostet…!“ Eventuell ist ihm aufgefallen, dass mir die Kinnlade auf den Tisch gefallen ist und zahlte artig die Hälfte. Wir haben dann auf dem Weg zur UBahn nicht mehr allzu viel miteinander gesprochen… Meine Güte!! Gibt’s denn so was?

Griff ins Klo drückt wohl ganz gut aus was das war. Ich werde wieder zurückkehren zu meinen ursprünglichen Vorgehensweisen, und vor allem vorher ganz genau checken, ob der Kerl Haare hat, oder nicht. Glatze ist ok. Aber Halbglatze? Nääääääh. Verdammte Axt!

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4 Gedanken zu “Der singende Weihnachtsmann

  1. Meeeensch, mit Sebastian hättest du so einen korrekten, sportlichen, gut situierten Mann haben können. Und du willst den wegen seiner Halbglatze nicht. Tzzzz, der klingt doch überaus sympathisch, der junge Mann. Ich fahre jetzt einfach durch ganz Deutschland und übe schon mal seinen Lockgesang „Düdüleldüüüüü“. Diesen Prachtkerl MUSS ich haben. Da ist es mir doch glatt schnurz, dass der 12 Jahre älter ist. Und dann gebe ich ihm auch seine 2,50 Euro wieder. Das war ja UN-MÖG-LICH von dir. Ich bin mal weg, Sebstian suchen… *Düdüleldüüüü*

    • hahahaha du blöde Kuh! 🙂 mach dich ruhig lustig jaja ich gebe dir jederzeit seine Nummer ich will eurem Glück auf keinen Fall im Wege stehen 🙂 Düdüdeldüüüüüüüüü

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