Oh du liebe Oberflächlichkeit…

….kann ich mir dich leisten?? Ich frage mich, nun nachdem ich so viele Jahre Single bin, habe ich noch eine Berechtigung wählerisch zu sein oder muss ich im wahrsten Sinne des Wortes nehmen was kommt ohne Rücksicht auf Verluste? Ich will wählerisch sein, mal ganz ehrlich auch wenn mir das eventuell noch ein paar weitere Jahre Singledasein beschert. Bevor ich irgendwann mit Mitte 40 verheiratet bin mit einem Computerguru der vergessen hat mich vom Bett zu entfesseln bevor er zu seiner besten Freundin nach Jena fährt um bei ihr ein Relax Wochenende zu verbringen und mit einem Joint in der Hand die Sterne zählt… ja bevor das eintrifft warte ich lieber noch!

Ich habe eine worst case scenario Vorstellung meiner Zukunft und ich werde alles in meiner Macht stehende tun um dies zu vermeiden. Allein mein Sinn für Hygiene und mein gesunder Menschenverstand werden dies zu verhindern wissen. Hier das Worst Case Scenario: Ich, 45, blond gefärbte Dauerwelle, faltige Solariumhaut, oben rechts fehlt mir schon ein Zahn weil ich am Tag 2 Schachteln Kippen rauche, dementsprechend raue Stimmt. Ich sitze wie ich bin in Joggern zu Hause auf meinem wild gemusterten Sofa und sehe mir Mitten im Leben an. Mein Fernseher steht in einem schicken Wandschrank, dessen Vitrinen mein Mann liebevoll mit Plüschtieren, Gelkerzen und seiner Sammlung lustiger Aschenbecher dekoriert hat. Im Kinderzimmer schreit Schandalle, die Alde (also ich) soll gefälligst mal was zum futtern auffahren. Leider findet sie Schule scheisse, weil der Alde (also mein Mann) ja auch ohne Schulabschluss geschweige denn Job über die Runden kommt. Ronny, mein Mann kommt vom Bierchen mit den Kumpels heim (es ist übrigens 15:24), trägt sein Lieblingsshirt, das schwarze mit den hübschen Tribals drauf und die Pluderhose mit dem schicken Muster (es ähnelt dem unseres Sofas). „Schatz, ick hab dir doch jesacht dat du dat LED Lischt unter de Sofa anmachen musst für dat Ambiente verstehste Weib?“ sagt er und der Raum hüllt sich in ein außerirdisches bläuliches Licht. Dann setzt er sich vor den Computer, chattet mit Weibern und ich… ja ich schaue weiter fern.

DAS kann ich verhindern!! Ich liebe das. Ich habe genaue Vorstellungen dessen wie meine Horrorwohnung aussehen würde und was alles Bestandteil dessen wäre 🙂 Man kann sich da richtig reinsteigern! Ich mache mal den Anfang:

– Ein Buche-Natur-Bett mit Nachtkästchen auf beiden Seiten mit eingebautem Spiegel und in keinem Teil zusammenpassenden Kopfkissen/Decken/Matratzenbezügen + Tagesdecke
– Plastikblumendeko im Überfluss
– Wild gemusterte Sofas mit noch wilder gemusterten Überwurfdecken, dekoriert mit Plüschherzkissen mit „I love you“ Aufdruck

UND IHR?? Freue mich auf kreative Kommentare 🙂

 

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8 Gedanken zu “Oh du liebe Oberflächlichkeit…

  1. – Überdimensionierte Schrankwand, die das kleine Wohnzimmer im 60er-Jahre-Wohnblock erschlägt (Eiche furniert, weil´s so edel wirkt, hinter den gelben Glasfenstern stehen die „guten Gläser, die man zu besonderen Anlässen rausholt“).
    – Im Flur für die Klamotten, die man gerade nicht braucht, ein großer Schrank im Landhausstil, dessen Ausmaße eigentlich für große Bauernhäuser gedacht sind (gefunden als zweimal reduziertes Sonderangebot in einem gigantischen Möbelhaus irgendwo auf der grünen Wiese; Nachbildung Kiefer massiv)
    – Typische schlauchförmige Küche mit zu wenig Platz und zu kleinem Fenster. Dekor: Amerikanische Vorstadtküche mit Plastik-Deko-Elementen für den historisierenden Chic

    Macht schon Spaß, an langweiligen Bürotagen in angestaubten Beiträgen zufällig gefundener Blogs zu surfen =)

    • ich glaube ich liebe dich! 🙂 Der Beitrag ist schon ein wenig in den Hinterkopf gerutscht und, wenn ich lese was du schreibst fallen mir wieder hundert Dinge ein, die auch noch mit auf die Liste müssen 🙂

      • Bei so einem charmantem zukünftigen Ehemann wie Ronny und den damit verbundenen Möglichkeiten wäre der Besuch eines Poco-Möbelmarktes vermutlich eine große Inspiration. Oder einfach schauen, was im real-Katalog auf den hinteren Seiten an „Wohnideen“ präsentiert.

        Der Vorstellungskraft sind da wirklich keine Grenzen gesetzt. Angesichts der durch diverse Media-Markt-0%-Finanzierungen von Fernsehgeräten etwas beengten monetären Möglichkeiten ist der zusammengebrochene Kleiderschrank durch ein etwas wackliges, dafür preisgünstiges Plastikmodell mit Reissverschluss ersetzt worden. Dieses Billigmodell hat durch Brandlöcher (Zigarettenkonsum im Adelskrone-Alkoholrausch!) und Hinterlassenschaften des zwischenzeitlichen Mitbewohners, des frühzeitig verstorbenen Karnickels Hansi, auch Charakter gewonnen.

  2. Ja, feuer mich an! Dann kann ich Rebel Yell von Billy Idol umschreiben … 😀

    Hmm .. Als die Liebe noch jung war, hat Ronny in einem Anfall von Romantik mit Neonfarbe Punkte an die Decke gemalt. „Da könn´wa jede Nacht unter´m Sternenhimmel Liebe machen, Schätzken.“ Unnötig zu erwähnen, dass der Zigarettenqualm den Sternenhimmel ähnlich verblassen ließ wie die Lust auf Sex zwischen verwaschener Jogginghose und verbeultem Nicki-Pullover verschwunden ist.

    Der wacklige Wäscheständer ist auf Grund von Faulheit und Melancholie vom temporären Nutzobjekt zum Dauerinventar geworden. Die darauf seit zwei Wochen hängende Wäsche verbreitet noch immer den intensiven Geruch billigen Waschpulvers.

    Morgen nach dem ersten Kaffee mehr. Aber erstmal bist du dran =)

    • Ja, als die Liebe noch jung war… das waren noch Zeiten. Die Liebe der beiden wurde leider, möglicherweise aus Unlust des anderen zahnlosen Mund zu küssen, immer mehr zu einem nebeneinander her vegitieren. Aus Mangel an Interesse füreinander begannen die beiden, ihre Liebe auf andere Dinge zu projezieren. Während er seine Sammelleidenschaft neu entdeckte, wurde sie Stammkundin bei Fressnapf.

      Nur wenige Wochen später war bereits die komplette Wohnwand (Eiche furniert) bestückt mit Ronnys neuen Sammelobjekten. Neben der Ausweitung seiner Gelkerzensammlung (Sein Lieblingsstück hier ist der Maßkrug mit Gelbier) waren hier mittlerweile noch einige Kleinkuscheltiere, die er in mühsamster kleinstarbeit und unter Einsatz seines hart erarbeiteten Hartz4 Satzes aus dem Kuscheltierautomaten gefischt hatte, sowie seine Sammlung Fußballschals. Diese jedoch mussten schon bald leiden unter den böswilligen Attacken von Petra, Hans und Pupsi – den drei Katzen, sie der Haushalt nun auch sein Eigen nennen darf. Ebenfalls gesellten sich dazu…. (und jetzt kommst du)

      • […] Ebenfalls gesellten sich dazu verschiedene Deko-Artikel aus dem 1-Euro-Shop (vergessene Plastikengel aus der Weihnachtszeit, eine japanische Winke-Katze made in Bangladesch, etc.) sowie zwei leere Gläser mit eingetrockneten Resten eines Raumduftes. Auf den Gegenständen hatte sich mit den Jahren eine, je nach Alter des Sammlerobjektes verschieden dicke Schicht aus Staub und Nikotin gebildet, die leicht schmierig ist (zu häufige Verwendung eines heißen Steines auf dem Couchtisch mit viel Fett und bei zu wenig Lüftung, wie im alteingesessenen Imbiss zwei Straßen weiter).

        Der Teppichboden, beim Verlegen noch in einem hellen, freundlichen Ockerton, hatte seine besten Zeiten hinter sich. Durch den Einzug der drei Katzen beschleunigte sich sein Niedergang. Er war nicht mehr nur vor dem Sofa abgewetzt, seine leicht schmuddelig gewordene Grundfarbe wurde ergänzt durch verschiedene dunkle Flecken: Überbleibsel des Katzenstreus, durch die Tiere in die Wohnung getragener Schmutz vom seit Jahren nicht gesäuberten Balkon und mehr und mehr Getränkereste (Bier und hartnäckiger löslicher Kaffee) verzierten den Boden.

        In einer vergessenen Ecke neben der Fernseher stand noch ein schiefes CD-Regal. Das Pressholz-Plastikgemisch hatte sich mit den Jahren etwas verformt und das ursprünglich peppige Lila war verblasst. Im Regal selbst fanden sich die Überbleibsel der Jugendjahre. „Party Hits“, „Balearen-Kracher“ und einige Best of-Alben, die nach dem Ende der CD-Ära beim Discounter auf dem Grabbeltisch kurz vor der Kasse verramscht wurden.

  3. Pingback: Hi my name is Ron « Is it Love?

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